Besetztes Haus Kaiserpark Schönbrunn – eine Zusammenfassung | Wien 01.08.2011

Im Rahmen der SoSoSqua (Sommer, Sonne, Squatting Action) der Gruppierung ASK (Aktion Schwarze Katze) wird nach der Räumung des Gebäudes Triesterstraße 114 (Bericht des ORF hier) umgehend ein anders Objekt in Beschlag genommen: das dzt. leerstehende Hotel Kaiserpark Schönbrunn, das „[…] für Sie umgebaut und […] vorübergehend geschlossen,“ ist wie ein Zettel, der an der Eingangstür angebracht ist, wissen läst.

Unter dem Titel 4* Hotel besetzt auf indymedia erläutern die BesetzerInnen Ihre Motive und weisen darauf hin,  daß die Besetzung ursprüglich geheimgehalten wurde „[…]..um Vorbereitungen zu treffen und daraufhin den Luxus für alle zugänglich zu machen […]“.

Die Polizei jedoch ist schneller, und beginnt um 1.08.2011 um 12:00 mit der Räumung des Hauses. Und deshalb komme ich als Medienvertreter erst dorthin, als die Räumung schon voll im Gang ist – viel zu spät um sich das Haus von innen an zu sehen um sich selbst ein Bild zu machen. Aber die BesetzerInnen machen mit drei Transparenten nach der Räumung noch auf sich aufmerksam: 

Ein Gespräch mit einem Besetzer ergibt folgendes:
Die Besetzer wurden von der Polizei perlustriert, ihre Rucksäcke durchsucht (aufgrund von möglichem Diesbstahl), und erkenntnisdienstlich fotofragfiert. Sieben Personen wurden festgenommen, da sie keine österreichischen Staatsbürger sind. Um deren Indetität festzustellen werden sie in die Van-Der-Nüll Gasse 11 (Polizeistation, 10. Bezirk) gebracht. Dort findet lt. twitter eine Solidaritätsdemonstration statt. In einem weiteren tweet wird nach Dometschern (Englisch) für die Polizei gesucht. Ein weiterer tweet um 16:21 meldet, daß nun „die letzten Leute wieder frei sind„.

Aufgrund der Tatsache, daß über das Haus selbst nichts bekannt gegeben wurde, ein wenig Recherche via Internet.

Das Haus gehört  der Soravia Group AG, dessen Unternehmensgegenstand Beteiligung an Gesellschaften und Bauträgergewerbe ist, wie sich dem Impressum der Website entnehmen läßt. Das Hotel und dessen Beschreibung ist hier zu finden.

Nachdem mir das noch nicht genügt hat, habe ich per mail an die Soravia Group gewendet und umgehend Auskunft bekommen: Das Hotel steht seit Februar 2008 im Besitz der Sovaria Group. Der Hotelbetrieb wurde bis Ende 2009 geführt, die Bauarbeiten sollen bis Sommer 2012 beendet sein und geplant ist, daß das Hotel im Herbst 2012 wieder zu eröffnen.

Meine Frage, wann mit den Bauarbeiten begonnen werden soll – zumindest von außen sind für mich als Laie dzt. keine  zu erkennen – wurde nicht beantwortet.

Updade 12.08.2011 – die Zeitung ÖSTERREICH (print) greift das Thema in dem Artikel „Hausbesetzer schliefen im 4-Sterne Hotel“ / Seite 16 – auf und bringt noch einen interesanten Aspekt hinzu:  “ […]Wir wissen nicht, was da los ist. Fakt ist, dass das Gewerbe seit zwei Jahren stillgelegt ist“, so eine Sprecherin der Wirtschaftskammer Wien.““

Weitere Fotos hier.

5 Kommentare

Eingeordnet unter Aktionismus, Foto, Gesellschaft, Wien, Wien - Lokalpolitik

5 Antworten zu “Besetztes Haus Kaiserpark Schönbrunn – eine Zusammenfassung | Wien 01.08.2011

  1. peter

    und den saustall dürfen dann ander wegräumen kann euch gerne bilder zeigen

  2. Martin

    @ Peter: Wäre nicht uninteressant!

  3. peter

    der schaden
    einsatz polizei
    diese musste eine türe eingetreten

    wände vollgeschmiert
    leintücher verbraucht vom haus

    kücheneinrichtung mit X vollgeschiert
    wände in der privatwohnung vollgeschmiert
    verschmutze wc
    schmutziges geschirr , zerbrochene gläser
    unzählige schnaps flaschen
    schlüssel kasten durchwühlt
    hunderte kuverts vernichtet sowie karten
    neue matrazen von den musterzimmern stark veschmutzt
    ebenso polster hüllen usw
    ablagen aus zirben holz im wohnzimmer mit kaffee und kerzen usw stark verschmutzt
    teilweise verklebte zylinerschlösser diese müssen erneuert werden da ist nicht billig weil es sich um eine zentral schlüssel anlage handelt und das innerhab von 48 stunden und das alles wofür ?????
    geschätzer schaden 4000 €

  4. Ich kann und will dazu nichts sagen, da ich das Hotel werder vor noch während und schon gar nicht nach der Räumung betreten habe. Was Fotos betrifft so verlasse ich mich ausschießlich auf jene die ich erstellt habe, aber es wird mir wohl kaum jemand den Zutritt zum Hotel geben.

    Es ist nicht das erste Mal, daß ich bei einer Hausbesetzung (und auch deren Räumung) fotografiere. Bei dem was ich bis jetzt erlebt habe war’s eigentlich immer umgekehrt. Es wurde aufgeräumt, der Staub weggekert und -gewischt, desolate Gegenstände entfernt oder Teile davon anderwertig weiterverwendet – siehe Lobmeyrhof im 16. Bezirk. Aber wie gesagt: ich kann es nicht beurteilen.

    Aber ich stelle mal eine provokante Frage in den Raum: würde das beim Umbau nicht sowieso alles weggeworfen bzw. ‚rausgerissen (?) – Ich bin immer wieder erstaunt, was alles weggeworfen wird, wenn wo umgebaut wird.

    lg. Martin Juen

  5. Martin

    @ martinjuen: Die Aussage „Es wurde aufgeräumt, der Staub weggekert und -gewischt, desolate Gegenstände entfernt oder Teile davon anderwertig weiterverwendet – siehe Lobmeyrhof im 16. Bezirk.“, ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar.
    Wie man im ORF Bericht gesehen hat, http://www.youtube.com/watch?v=esgRzlNGR5E (bei Minute 1:50) sieht es dort nicht sehr zusammengeräumt aus. Das hat geht für mich schon in Richtung Devastierung.

    Ich kann es genau so wenig beurteilen und schließe meine Rückschlüsse aus den Berichterstattungen, aber die Frage „würde das beim Umbau nicht sowieso alles weggeworfen bzw. ‘rausgerissen (?)“, ist für mich ebenfalls kein Argument oder stellt keinen „Freischein“ dar, das Eigentum anderer – also auch z.B. das Hotel Kaiserpark – in anarchistischer, gewaltsamer (mit gewaltsam meine ich: durch Aufbrechen/Einbrechen in das Haus, weil bei solchen Häsuern die Türen sicher versperrt sind) Art und Weise, in beschlag zu nehmen.
    lg

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